18.11.2009 gemeinsame Pressemitteilung von Fraktion und Vorstand zum geplanten Kraftwerksbau von e.on

18. November 2009
© Chr. Anzenhofer/pixelio

© Chr. Anzenhofer/pixelio.de

Der Preis ist zu hoch!

Die Fraktion PRO AUGSBURG und die Bürgervereinigung PRO AUGSBURG e.V. bekräftigen einstimmig den Willen zur Förderung regenerativer Energien.

Unter diesem Aspekt haben die Stadträtin Beate Schabert-Zeidler und Stadtrat Dr. Werner Lorbeer ausführlich das Für- und Wider zum geplanten neuen Lechkraftwerk des Energieversorgers e.on abgewogen.

Wer den Lech kennt, weiss wie er schon jetzt unter den Stauungen und Brechungen leidet. Im Wahlprogramm von PRO AUGSBURG steht deswegen konsequenterweise der Wunsch nach einer Re-Naturierung des Lechs: Nach dem Vorbild der Wertach »Lech vital« von der Staustufe 23 bis zur Wolfzahnau.

Die letzte frei fließende Flussstrecke des Lechs in Deutschland führt von der Lechstaustufe 23 bis zum Hochablass. Das Flussbett ist eng und muss durch Stützschwellen stabilisiert werden. Die Kiesfracht des Flusses ist gering, weil der mitgeführte Kies in den vielen Stauseen sedimentiert. Wir haben uns bereits gegen das Ansinnen zur Wehr gesetzt, mitten im Landschaftsschutzgebiet einen Steg nach Kissing zu bauen. Dieses Projekt befindet sich im Moment im Prüfungsstadium. An genau dieser Stelle will nun e.on ein Laufwasserkraftwerk errichten!

Die Pläne sehen wohl aber Laufwasserkraftwerke an allen Stützschwellen vor, im Moment ist wohl nur der Einstieg in diese Kraftwerkskette vorgelegt.

Das Risiko für die Auen und die Augsburger Trinkwassersammler ist beträchtlich, ein Zusammenwirken von Filtratwasser und Grundwasser ist nicht auszuschließen. Auch wenn nicht hochgestaut wird, verändern sich durch die Querbauten die dynamischen Druckverhältnisse.

e.on bringt für sich die ökologische Stromerzeugung und kleine ökologische Verbesserungen wie die Fischtreppe ins Spiel. Man hätte damit einen kleinen Fisch an der Angel, statt des geforderten großen Projekts »Lech vital«. Dann wäre der gebirgsfrische Fluss, den Augsburg liebt, endgültig verloren.

Der Preis ist zu hoch, PRO AUGSBURG wird sich für den Fluss entscheiden.

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