Innenstadtgestaltung beschlossen
Nach engagierten Diskussionen hat der Augsburger Stadtrat am 22. Juli mit einer 95%-igen Mehrheit für die vorgelegten Pläne zu Kö, Bahnhof und Co. gestimmt. Auch PRO AUGSBURG votierte für den vorgelegten Antrag. Gut begründet wurde diese Entscheidung in der Rede unseres Stadtrats Dr. Werner Lorbeer, die wir in Folgenden dokumentieren:
Stellungnahme zur „Königsplatzentscheidung“
Der Boulevard vom Bahnhof zur Stadt war eine Forderung von Pro Augsburg im Wahlkampf, die auf unser Mitglied Walter Seinsch zurückgeht. Mit dem überraschenden Wettbewerbsvorschlag des Teams um den Architekten Wunderle, der die Schließung der Durchfahrtslinie Konrad-Adenauer-Allee / Fuggerstraße vorsieht, ist die Erfüllung dieser Forderung näher gerückt.
Es entsteht „am Kö“ ein neuer großer zentraler Platz, der die Wünsche nach Stadtgrün, öffentlichem Nahverkehr und Stadtraum erfüllen kann. Wir sind bei der Gestaltung des Platzes für ein Primat der Stadtentwicklung und der Stadtplanung, der sich die Grüngestaltung anschmiegen muss.
Die klassische Stadtachse der Stadt liegt in Nord-Süd-Richtung und folgt der antiken Via Claudia. Nur wir sich im Ergebnis eine neue Stadtachse von West nach Ost entwickeln, vom Bahnhof bis zur City-Galerie, die entsprechende Chancen für den Einzelhandel, Gaststättengewerbe etc. bieten wird.
Das Wahrnehmungs- und Benutzungsmuster der Stadt Augsburg wird dadurch tiefgreifend verändert. Insbesondere der Verkehr wird sich daran gewöhnen müssen, dass Verbindungen wie z.B. Hochzoll-Pfersee nicht mehr über die Stadtmitte führen können, weil der Grünzug zwischen oberem und unterem Graben vom Theodor-Heuss-Platz bis zum Königsplatz durchgezogen werden soll. Aus diesem strukturellen Grund ist eine beachtliche Verkehrsberuhigung in der Maxstraße und der Hallstraße zu erwarten.
Am Gleisdreieck sehen wir in der Planung die mögliche maximale Endausbaustufe eines Straßenbahnsterns. Die Konstruktion ist problematisch und vermutlich störanfällig. Wir schlagen deshalb vor, den Entwürfen des Wettbewerbs zu folgen und eine Gitterstruktur des Liniennetzes zu entwickeln, systemische Redundanzen für den Fahrbetrieb vorzusehen und die Linien so zu führen, dass optimale Fahrgastmengen befördert werden können.
Letztlich wurde in Augsburg schon sehr lange und sehr viel diskutiert und Bedenken getragen. Pro Augsburg steht heute für den Mut der Entscheidung und spricht sich für die vorgelegte Planung aus.
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