Technologiezentrum – Innovationspark – Entwicklungen bis Mai 2012

13. Juni 2012

Mit Abschluss des Wettbewerbs um den Neubau des Technologiezentrums Augsburg ist eine Etappe der Entwicklung des Innovationsparks Augsburg zum Abschluss gekommen. Versuch einer Zwischenbilanz!

Das geplante und das beschlossene Investitionsvolumen

Am Augsburger Innovationspark, der durch den Bebauungsplan 900 geordnet wird, entstehen im Moment zwei wichtige Forschungs- und Entwicklungsinstitute. Bereits jetzt kann man die Baufortschritte beobachten, die diese großen Investitionen machen. Es handelt sich dabei um das »ZLP Zentrum für Leichtbauproduktion« des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie um ein Fraunhofer Institut »FIL Funktionsintegrierter Leichtbau«. Die Stadt Augsburg entwickelt und baut dann gemeinsam mit dem Freistaat Bayern im Folgenden das Technologiezentrum Augsburg. Als Finanzierungsmittel sind dafür etwa 10 Millionen Euro in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen.

Damit ist das Ende der geplanten Investitionen vonseiten des Freistaats Bayern aber noch nicht erreicht. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) kündigte am 20. März 2012 weitere Investitionen in der Fraunhofer »Green Factory Bavaria« und der Fraunhofer-Gruppe »Ressourceneffiziente Mechatronische Verarbeitungsmaschinen – RMV« an. Laut Minister Zeil summieren sich dann die Investitionen des Freistaats auf eine Investitionssumme von 70 Millionen Euro.

Martin Zeil bei einer Veranstaltung in Augsburg:

Mit unserer Zukunftsinitiative Aufbruch Bayern setzen wir die bisherige Förderung konsequent fort und stärken damit auch gezielt die Kompetenzen Ihrer Region im Bereich Ressourceneffizienz.

Vorstellungen von Pro Augsburg zur Weiterentwicklung des Innovationsparks Augsburg

Nun steht als regionaler Beitrag die Belebung des Technologiezentrums an. Bisher wurde das Projekt federführend durch eine Projektgruppe um den Mitarbeiter Herrn Färber des Wirtschaftsreferats betrieben. Eine Maßnahme, die Pro Augsburg im scharfen Gegensatz zur SPD begrüßte, weil die Strukturen nicht sichtbar waren und vorschnelle organisatorische Festlegungen eher schaden. Diese Phase geht nun zu Ende und wird wohl durch die Gründung einer Gesellschaft abgeschlossen. Designierter Leiter ist ein in der Luftfahrtbranche langjährig tätiger Wirtschaftsstratege, Herr von
Zitzewitz, der sich bereits in allen Fraktionen vorgestellt hat.
Aber: Welche Struktur soll die neue Gesellschaft haben und welche Ziele werden ihr gesetzt?

Erfolgreicher Beirat sicherte bisher die Entwicklungsdynamik – er sollte in die GmbH-Struktur übernommen werden.

Zunächst muss man festhalten, dass entscheidende Impulse für die bisher erfolgreiche Entwicklung durch einen Beirat um Prof. Dr. Hirt, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Renk AG, zustande kamen. Diese erfolgreiche Konstellation sollte in die Gesellschaft integriert werden, damit die Geschäftsführung leichten Zugriff auf echte Know-how-Träger hat. Der Vorschlag wäre, den üblichen GmbH-Rahmen um ein viertes Organ, nämlich den »Beirat«, zu erweitern. Er sollte herangezogen werden können und
berichten dürfen, ohne die Entscheidungen von Vorstand und Aufsichtsrat zu präjudizieren. Als Begründung wird man angeben können, dass es nicht nur um die Verwaltung einer Immobilie, sondern um die Erhaltung der Dynamik des Innovationszentrums geht und hier immer neue Entwicklungshorizonte
auftauchen werden. Sicher werden von der Universität und den Instituten entscheidende Fingerzeige erwartet, ohne dass dadurch jedoch unternehmerische Entscheidungen herbeigeführt werden. Hier hätte der Beirat seine Rolle als Informationsoption der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrates.

Regionalität als Basis – Überregionalität als Prinzip: Innovationsdynamik und Kapitalstärke als Ziele festschreiben.

Bisher wurde die Stärke des Technologiezentrums in der bereits starken Region gesucht. Regional ansässige Firmen konnten gewonnen werden und werden die Investition in das Technologiezentrum durch die Abgabe von LOIs unterstützen. Folgt hieraus auch bereits, dass die zu gründende GmbH
auch nur regionalen Beteiligungen offen steht? Langfristig wird die Kapitalkraft der Gebietskörperschaften nicht ausreichen. In der Konsequenz müsste von vorneherein eine Beteiligung des Freistaats vorgesehen werden, für die etwa die Kapitalkonstruktion der Messe München Vorbild sein könnte.
Aber auch private Beteiligungen durch einschlägig bekannte und an am Leichtbau interessierte »Family Offices« oder Industrien müssen nicht von vorneherein ausgeschlossen bleiben.

Auf jeden Fall muss der Gegenstand des Unternehmens so formuliert werden, dass die gesamte heute gewünschte und erkennbare Innovationsdynamik mit abgedeckt wird. Dazu gehört die internationale Bewerbung des Projekts, die Aufgabe, den Messestandort Augsburg mit ins Spiel zu bringen, das Betreiben des Technologiezentrums und die weitere Akquise von konkreten Interessenten am Entwicklungsstandort Augsburg.

Offenheit gegenüber Entwicklungszielsetzung in bewährtem gesetzlichen Rahmen.

Aus Sicht von Pro Augsburg gehört ganz sicher keine von den Grünen geforderte »Zivilklausel« in den Vertrag. Dahinter verbirgt sich letztlich das Verbot, Güter zu entwickeln, die auch im militärischen Bereich eingesetzt werden können. Dieser Versuch würde alle Entwicklungen aufs Äußerste belasten und zu völlig unerträglichen Bedingungen in allen Nutzungsverträgen führen. Luft- und Raumfahrt sind immer auch unentbehrlich für die Verteidigung und diese Staatsaufgabe ist mit den Gesetzen und der parlamentarischen Kontrolle in der BRD genügend gestaltet.

Anders ist die Positionierung gegenüber dem industriellen Kreislaufgedanken. Durch den Augsburger Ansatz, nicht nur eine neue Leichtbau-Produktwelt zu schaffen, sondern gleichzeitig Materialbeschaffung und Materialrecycling zu entwickeln, entstehen für beteiligte Partnerunternehmen Aufmerksamkeiten
gegenüber den eigenen Produkten hinsichtlich des Kreislaufgedankens. Durch die starke Bereitstellung von Know-how aus dem Bereich Ressourcenmanagement besteht jedenfalls am Standort »Umweltstadt Augsburg« immer der Hinweis, sich mit dem gesamten Lebenszyklus des zu entwickelnden Produkts auseinanderzusetzen.

Campus apart vom Zentrum – Vorschlag für einen Spaziergang durch ein unbekanntes Gelände – Anschluss durch die Linie 3, die endlich und vorausschauend verlängert werden muss!

Der universitäre Bereich entwickelt sich mit erstaunlicher Dynamik nach Süden und Westen und wird durch neu gebaute Institute wie das für Informatik nachverdichtet. Er ist voll erschlossen mit der Linie 3, die nach der Fertigstellung des Königsplatzes die stärkste Straßenbahnlinie der SWA sein wird.

Deshalb fordert Pro Augsburg auch, die Straßenbahnlinie 3 endlich Richtung Königsbrunn zu verlängern. Die Argumente kommen nun nicht nur mehr aus der Regionalpolitik, sondern auch aus der Erschließung der neuen Investitionen, die von Süden und von der Stadt beziehungsweise dem Hauptbahnhof erschlossen werden müssen.

Ein Bummel durch das Gelände der Universität ist jedem regionalpolitisch Interessierten zu empfehlen. Er wird gerade jetzt im Sommer von reizvollen Perspektiven belohnt. Ein wasserdurchzogenes Gelände ist zu sehen, interessante Bautafeln und Beschriftungen sowie Kunst in beachtlicher internationaler Qualität.

Frank Dietrich, Werner Lorbeer

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