Stellungnahme von PRO AUGSBURG zum heutigen Artikel in der Augsburger Allgemeinen »Das ist Leichenfledderei« auf Seite 40.
Sehr geehrte Damen und Herren der Medien,
in der Pressekonferenz am 13. Juni 2012 zum Jazzsommer 2012 stellten anwesende Medienvertreter die Frage nach der Zukunft dieses Festivals und kamen auch auf die Filmtage-Absage zu sprechen, welche auf der Homepage www.filmtage-augsburg.de seit 25. Mai 2012 veröffentlicht ist. Dort heißt es unter anderem:
Damit finden die Filmtage im Oktober 2012 zum letzten Mal statt.
Die Fragen beantwortete Kulturbürgermeister Peter Grab der Sachlage entsprechend wie folgt: In Augsburg finden etwa 20 Festivals weiterhin jährlich statt, einige davon bekommen von der Stadt Augsburg gar keine oder geringe Zuschüsse (Beispiele: Fronhof-Konzerte, Grenzenlos-Festival …).
Lediglich fünf (!) weitere Festivals sind vom auf vier Jahre begrenzten eventuellen Zwei-Jahres-Rhythmus betroffen, wobei früher Festivals sogar im Drei-Jahres-Rhythmus unproblematisch stattgefunden haben (X-Large, Brunnennächte, Historisches Bürgerfest).
Das letzte Wort ist jedoch insofern noch nicht gesprochen, da der diesbezügliche Beschluss des Augsburger Stadtrats verschiedene Optionen zulässt:
- Zwei-Jahres-Rhythmus, dafür mit höheren Etats als 2012
- Ausgleich der Kürzung durch eigene Akquise von Drittmitteln (z. B. Sponsoring), um weiterhin jährlich stattfinden zu können
- Hilfestellung bei der Akquise durch die Stadtverwaltung
Eine vierte und neue Option haben die Veranstalter der Filmtage ins Spiel gebracht, indem sie im Mai erklärten, dass diese nach 2012 nicht mehr stattfinden werden. Für diesen Fall behielt sich Bürgermeister Grab vor, den politischen Gremien zu gegebener Zeit vorzuschlagen, die frei werdenden Mittel so zu verteilen, dass die wenigen anderen vom Zwei-Jahres-Rhythmus betroffenen Festivals doch noch jährlich stattfinden können – denn die vom Stadtrat geforderte Gesamteinsparung bei den Festivals bliebe trotzdem aufrecht erhalten.
Das ist keine »Leichenfledderei«, sondern ein ernsthaftes Bemühen, der Augsburger Festivallandschaft zu helfen. Nicht Bürgermeister Grab, sondern die Filmtage-Veranstalter haben Selbige vor drei Wochen beendet. Die Begründung hierfür scheint fadenscheinig, denn auf der Homepage der Filmtage kann man sehen, dass die Filmtage in der letzten Legislaturperiode ebenfalls im Zwei-Jahres-Rhythmus stattgefunden haben, nämlich 2003, 2005 und 2007.
PRO AUGSBURG appelliert an die betroffenen Veranstalter, mehr Eigeninitiative zu entwickeln. Wenn die Stadtverwaltung seit Jahren bei sich sparen muss, kann es nicht sein, dass subventionierte Projekte außen vor bleiben. In Zeiten knapper Kassen sollten auch Projektleiter verstärkt Drittmittel einwerben, wenn sie weiterhin jährlich ihre Festivals durchführen wollen. Andere tun dies schließlich auch. Auch das Theater, die Kunstsammlungen und viele andere Kulturbereiche sind vom Sparprozess betroffen, die anderen Referatsbereiche wie Bildung oder Soziales auch. Wieso nicht auch ein kleiner Teil der Festivals?
Die Fraktion PRO AUGSBURG widerspricht ausdrücklich der Kommentaräußerung von Nicole Prestle auf der gleichen AZ-Seite, wonach PRO AUGSBURG den Fortbestand der Regierungskoalition von der Zustimmung der CSU zum Festivalkonzept abhängig gemacht haben soll. Hier bedient sich Frau Prestle aus dem Märchenfundus. Angebliche Gerüchte ohne Quellenangaben sind nicht anders zu bewerten. Die Koalitionspartner stehen enger zusammen, als sich das so mancher eben wünscht.
Mit freundlichen Grüßen
Beate Schabert-Zeidler, Fraktionsvorsitzende Pro Augsburg
Nico F. Kummer, 1. Vorsitzender Pro Augsburg e. V.