Die Kritik an Grabs Biennalekonzept ist nicht stichhaltig
Die SPD und die Grünen haben sich wieder einmal auf unseren Kulturreferenten Peter Grab eingeschossen. Mit der unreflektierten Übernahme der Meinungen einiger Festivalmacher bei einem Hearing haben Sie eigene Ideen in Zeiten des Sparzwangs vermissen lassen. Das kann so nicht stehen bleiben. Herr Prof. Harzmann, Stadtrat und Mitglied des Kulturausschusses, und Johannes Althammer, Sprecher des Arbeitskreises Kultur und selbst Festivalmacher (La Strada), wollten diese unreflektierte Kritik nicht einfach so stehen lassen und haben aus Ihrer Sicht das Konzept gerechtfertigt. Lesen Sie hier Ihre Argumente.
»Zur Kritik der Grünen am Biennale Konzept
Der Kenner reibt sich angesichts der Mitteilungsfreudigkeit von Rot-Grün zur Problematik des Festivalkonzepts von Herrn Grab verwundert die Augen, da die Inhalte einer nichtöffentlichen Sitzung mit genüsslicher Polemik und Ausführlichkeit kommentiert werden. Noch wunderlicher erscheint die Tatsache, dass von um Ärger bemühten Autoren berichtet wird, das Hearing zu diesem Thema sei zu einer “politischen Hinrichtung” der Kulturreferenten geraten (Stadtzeitung vom 21.09.11) geraten. Herr Jäckel lässt uns ebenda wissen, dass es “nicht immer um Kürzungen gehen” könne. Die PM der Grünen heute spricht von “untauglich” und “undurchdacht”, wobei sie sich in engstem Schulterschluss mit Herrn Schneider wiederfinden, zumal weder sie noch er auch nur ansatzweise den Versuch machen, ein eigenes Konzept abzuliefern.
Das ist nicht mehr als ungenierter Krawall in einer Situation, die eigentlich allen hinlänglich bekannt sein dürfte: Das über der Stadt schwebende Damokles-Spar-Schwert. Verantwortung sieht anders aus!
Vorgemacht hat das – wie kein zweiter – Herr Brandmiller, der angesichts dieser Zwangs-Konstellation Kreativität der Festivalleiter, nicht aber die Proklamation der Unmöglichkeit angemahnt hat. Denken wir zurück an die prächtigen Grün-Aussagen vom 23.05.11: Da wurde von einem “dilettantische Vorstoss” des Kultur-BM Grab gesprochen, weil dieser einen konstruktiven Vorschlag zur Bereinigung des Theater-Problems abgeliefert hatte. Das positive Resultat ist inzwischen hinlänglich bekannt. Ist das nun so ärgerlich, dass so manche und mancher so kläglich reagieren?«
Prof. Rolf Harzmann
Stadtrat PRO AUGSBURG
Mitglied des Kulturausschusses
»Das Biennale-Konzept bringt gerade die Festivals voran
Natürlich sind die Festivalmacher nicht glücklich wenn man an ihrem Kind zerrt. Dieser Personenkreis ist daher kein guter Ratgeber für eine Gesamtlösung, da jeder nur sein eigenes Projekt sieht. Besitzwahrung ist immer ein starkes Motiv für eine einseitige Argumentationskette. Dies sieht man auch an den nicht stichhaltigen Argumenten die sich die Grünen scheinbar zu eigen gemacht haben.
Höhere Werbekosten – entstehen auf keinen Fall, da die Werbung, ob jedes Jahr oder alle zwei Jahre dafür da ist, das Programm und den Zeitpunkt des Festivals zu kommunizieren. Der Aufwand und die Werbewirksamkeit bleiben in sich gleich. Glaubt den jemand, das ein tolles Fest innerhalb eines Jahres vom Publikum vergessen wird? Nein im Gegenteil, die Spannung, dass es endlich wieder soweit ist wird sogar gesteigert.
Zu hohe Personalkosten – Ich möchte die Frage an die Festivalmacher weiterleiten, mit der Bitte mir Ihren ständigen Personalstamm zu nennen. Wenn dieser tatsächlich vorhanden sein sollte, so darf die Sinnhaftigkeit von städtischen Fördermitteln stark bezweifelt werden, denn damit gingen die Mittel in die ersonalstrukturen und nicht an die hoffentlich hochkarätigen Künstler. Wie bitte soll ein Festival mit 30.000 € Zuschuss ständiges Personal beschäftigen?
Sponsoren – werden begeistert sein wenn Sie ihre Mittel für Veranstaltungen aufwenden, die eine höhere Qualität aufweisen und damit mehr Menschen zu den jeweiligen Veranstaltungen bringen. Denn nur vor Ort, während des Festivals findet Ihre Sponsoren-Botschaft Aufmerksamkeit und kann ihre Wirkung entfalten.
Konzepte entwickeln – Wer bitte hat den in dieser Stadtregierung die Aufgabe zukunftsweisende Kulturkonzepte zu entwickeln und vorzustellen, wenn nicht der zuständig Kulturreferent. Ja es ist seine Pflicht im Sinne der Kulturschaffenden die besten Lösungen für die Kulturlandschaft zu suchen und dabei allen Kulturschaffenden möglichst gerecht zu werden, über persönlich Vorlieben hinaus.
Im ganzen gesehen geht die Kritik der Grünen am eigentlichen Thema vorbei – nämlich der Aufgabe, der Kulturlandschaft mit einem neuen Konzept, trotz Sparzwang neue Impulse zu geben und sich nicht wie die Maus vor der Schlange zu ducken und die Kürzungen ohne eigene Vorstellungen über sich ergehen zu lassen. Statt an Lösungen mitzuarbeiten, haben sich die Grünen aus einer zielführenden Diskussion verabschiedet und wieder einmal reflexartig ihren Lieblingsfeind Peter Grab angegriffen ohne eigene Beiträge zum Kulturstandort Diskurs anzubieten. Wirklich schade!«
Johannes Althammer
Vorstand und Sprecher des Arbeitskreises Kultur bei PRO AUGSBURG
und Festivalmacher für La Strada


