Karrieresprung für Generalmusikdirektor Dirk Kaftan – ein Verlust für Augsburg

Fraktion und Vereinsvorstand von PRO AUGSBURG bedauern zutiefst, dass Herr Generalmusikdirektor Dirk Kaftan unsere von kultureller Vielfalt getragene Stadt verlassen wird. Graz würdigt seine eminenten künstlerischen Qualitäten auf ganz ungewöhnliche, gleichzeitig aber angemessene Weise, da die Berufung exklusiv ihm gilt und ohne gesondertes Auswahlverfahren erfolgt.

So sehr es uns freut, dass Herrn Kaftan dieser Karrieresprung (A-Orchester) gelungen ist, so sehr bedauern wir diesen enormen Verlust für unsere Stadt. Die Qualitäten von Herrn Kaftan messen wir nicht an Gastauftritten anderenorts, sondern vielmehr an seiner enorm innovativen Tätigkeit für uns Augsburger. Ihm ist nicht nur eine ungewöhnliche Variabilität des musikalischen Programmangebots gelungen, sondern und vor allem auch die interkulturelle Öffnung des Musiktheaters sowie die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen durch die Aktivitäten der Augsburger Philharmoniker in den Schulen – weit über das geforderte Mindestmaß hinaus!

Bleibt anzumerken, dass er selbst unter den erheblich erschwerten Aufführungsbedingungen an der Ersatzspielstätte in Gersthofen zusammen mit seinem Orchester Höchstleistungen abgeliefert hat.

Wir wünschen Herrn GMD Dirk Kaftan persönlich und beruflich das Allerbeste und bedanken uns herzlichst für die ihm zu verdankende Bereicherung unserer Stadt.

Dem Kultureferenten Peter Grab und den Damen und Herren des Kulturausschusses wird es – wie wir hoffen – gelingen, wie schon beim GMD-Auswahlverfahren vor vier Jahren, über ein optimales Augenmaß bzw. Fingerspitzengefühl und ein glückliches Händchen zu verfügen, damit für Herrn Kaftan ein Nachfolger gefunden werden kann, der den Qualitäten seines Vorgängers gerecht wird.

Beate Schabert-Zeidler
Fraktionsvorsitzende PRO AUGSBURG

Prof. Dr. Rolf Harzmann
2. stellvertr. Fraktionsvorsitzender

Nico F. Kummer
1. Vorsitzender PRO AUGSBURG e.V.

Hoffnung für das Theater-Marketing

Rolf NeuburgerNeue Kontakte mit Rolf Neuburger befeuern die Hoffnung, dass das Theater Augsburg erkannt hat, dass es für substantielle Beiträge zu seinem Betrieb beitragen muss und auch kann. Neuburger fordert ein verbessertes Theatermarketing.

Zur Erinnerung: Ein Gutachten hat dem Standort Augsburg bereits 2009 bestätigt, dass die Freilichtbühne Augsburg kein Festivalstandort sein könne. Das Theater musste feststellen, dass die Freilichtbühne einen substantiellen Beitrag zu den Einkünften beitragen kann, wenn denn die 2000 Plätze auch verkauft werden.

In einem Gespräch über die Theaterfreunde, deren Vorsitzender Neuburger aktuell ist, wurde das Thema der Kundenbindung und der Werbung via Internet angesprochen. Vorbildliches kann man beispielsweise von der Opéra de Paris lernen. Es ist zu hoffen, dass es gelingt, die modernen Medien stärker für Kundenbindung und Werbung einzusetzen.

PRO AUGSBURG hofft und unterstützt natürlich jederzeit eine deutliche Aktivierung des Marketings mit den modernen Methoden des Web 2.0.

[WL]

Diskussionspapier zum strukturellen Dilemma der Kulturpolitik

Das künstlerische Dilemma

Die städtische Kulturpolitik steckt in einem Dilemma, aus dem es mit den alten Mitteln und Methoden keinen Ausweg gibt. Denn während die städtischen Etats nicht steigen, sondern relativ zur Menge der geförderten Projekte sinken, werden die Kosten für den strukturellen Unterhalt der Kulturinstitutionen Theater, Museen und Bibliotheken immer höher.

So machen allein die Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst für das Theater in der nächsten Spielzeit über 500.000 Euro aus. Ebenso werden die Auflagen für Sicherheit, Brandschutz oder Versicherungen durch ständig erweiterte Anforderungen stetig in die Höhe geschraubt. Die Preise für Bauunterhalt und technische Anschaffungen steigen kontinuierlich und zwar schneller als das Steueraufkommen.

In der Summe führen höherer Verwaltungsaufwand und stetig steigende Personalkosten im nicht künstlerischen Bereich zu einer Reduzierung der künstlerischen Ressourcen. Als Absurdität zu Ende gedacht führt dies zu Kulturinstitutionen mit großem verwaltungstechnischen Gestus, aber ohne adäquate künstlerische Inhalte.

Beobachtungen und Trends

Was kann man beobachten? Die Augsburger Museen können nur noch schwer Ihren Bestand sichern. Von ausreichenden Neuanschaffungen kann keine Rede mehr sein.

Die Auflagen für Sicherheit und Lärmschutz im öffentlichen Raum steigen durch immer neue Anforderungen exorbitant, wie man es bei allen Festivals beobachten kann. Auch hier müssen die künstlerischen Engagements heruntergefahren werden, um an sich kulturferne Dienstleistungen zu bezahlen. Mehr…

»brechtbühne« – mit PRO AUGSBURG geht das

Am 27.4.2012 wurde die Eröffnung der »brechtbühne« gefeiert. Damit hat das Schauspiel in Augsburg wieder eine zweite Bühne. Pro Augsburg war maßgeblich beteiligt. Peter Grab ständig unter Beschuss.

Die Namensgebung, maßgeblich von Prof. Harzmann mitbestimmt, symbolisiert endgültig den Aufbruch der Stadt nach dem Ende des Kalten Krieges und ist gleichzeitig ein Bekenntnis zum zeitgenössischen Theaterschaffen. Die Bilder, aufgenommen am Morgen nach der Eröffnung, zeigen das neue Objekt von seiner ästhetischen Seite. Man muss vor den städtischen Architekten und Stadtbaurat Merkle den Hut ziehen.

Prognose: Das Mäkelwort »Container« wird bald vergessen sein, die architektonische Gestalt ist zu überzeugend. Vergessen ist jetzt schon, dass SPD-Grün das Projekt mit allen parlamentarischen Mitteln bekämpft hat. Höhepunkt war der zum Versuch, durch Auszug aus dem Rat, die Beschlussfähigkeit zu zerstören.

Aber ein theatralischer Auftakt auf der Bühne des Rats könnte auch ein gutes Omen für das Theater im Theater sein. Das wünscht sich Pro Augsburg von der Intendanz.

Zuletzt ein Dank an die Bevölkerung Augsburgs: Dank ihres Sparfleißes konnte die Stadtsparkasse Gewinne erwirtschaften und sich als Mäzen an der Finanzierung der brechtbühne beteiligen.

Bürgermeister Peter Grab im ausführlichen Interview mit der DAZ

Im Interview mit dem Herausgeber der DAZ (»Die Augsburger Zeitung«), Siegfried Zagler, und DAZ-Autor Manfred Seiler nimmt 3. Bürgermeister Peter Grab ausführlich Stellung zu aktuellen kulturellen Themen, nachzulesen auf der Internetseite der DAZ [www.daz-augsburg.de].

»Das Brecht-Festival, die angestrebte Verstaatlichung der Staats-und Stadtbibliothek, die Zukunft des Stadttheaters sowie der Ärger mit der städtischen Pressestelle aufgrund einer Pressemitteilung der Pro-Augsburg-Fraktion sind die Themen des großen DAZ-Interviews mit Peter Grab«

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