Presseerklärung zum vierten Runden Tisch in Hochzoll zwischen der Bürgerinitiative, Vertretern der SWA und der Stadtverwaltung vom 15. April 2013 im Alten Wasserwerk.
Der vierte Runde Tisch in Hochzoll wurde in Absprache zwischen Frau Beate Hohenadl (Bürgerinitiative) und Projektleiter Asam (SWA) am 15.4.2013 abgehalten. Ferner waren die Stadtverwaltung, der Naturschutz, die Aktionsgemeinschaft Hochzoll, PRO AUGSBURG und die SPD Hochzoll vertreten.
Die Bürgerinitiative nimmt im Nachgang zum vierten Runden Tisch in Hochzoll zu folgenden Themen Stellung:
- Turbinenzugang – zurück zur ursprünglichen Zusage
- Transformatorgebäude – Vorlage einer neuen Planung
- Fortschritt der Bauarbeiten am Kraftwerk – ein Fertigstellungstermin 31.12.2013 scheint erreichbar
- Kritik an der »Tabula rasa«-Abräumung der Kiesbank durch die Stadt Augsburg
- Gestaltungen nach Bauabschluss im engeren und weiteren Umgriff der Kraftwerksbaustelle durch Landschaftsarchitekt Möhrle
- Verlängerung des östlichen Lechdamms bis zum Kiosk
- Erhaltung der großen Kiesbank für die Naherholung
Die Vorstellung der Planung des »Transformatorgebäudes« fand Zustimmung. Es wird hinter dem Kiosk errichtet werden. Eine gemeinsame Holzeinhausung wird Transformator, Kraftwerksansteuerung, Toiletten und Tonnenbehausung zusammenfassen. Pläne sind bei Herrn Asam abrufbar. Eine Freileitung zum Transformatorgebäude wird es nicht geben, vielmehr sind Erdleitungen geplant.
Die äußerst strittige Umplanung eines Kraftwerkszugangs, der den Steg nunmehr als eigener Baukörper höhenmäßig überragen sollte, wurde nochmals vorgelegt. Sie stammt aus der Feder der Stadtplanung und des Denkmalschutzes. Herr Dr. Lorbeer (PRO AUGSBURG) wies diese Planung noch einmal zurück. Sie entspricht weder den Zusagen der Stadtwerke noch dem bestehenden Baurecht. Herr Asam bestätigte die Aussage, die inzwischen auch Herr Dr. Gebhart im Umweltausschuss geäußert hat, dass es bei den ursprünglichen Planungen bleibe. Ein den Steg in der Höhe überragendes Zugangsbauwerk ist damit nicht mehr aktuell.
Hier noch einmal das Originalzitat:
Wird das neue Wasserkraftwerk den Menschen vor Ort auffallen?
Dr. Gebhardt: Bis auf eine kurze Zugangstreppe wird das Wasserkraftwerk im bestehenden Wehr unter der Wasseroberfläche verborgen sein. Damit kann man es von außen überhaupt nicht wahrnehmen. Selbst der diskutierte Wasservorhang kann von unserer Seite bestehen bleiben. Voraussetzung ist die rechtliche Genehmigung.
Herr Asam berichtete vonseiten der Projektleitung, dass nach derzeitigem Stand der Bauzeitenplan eingehalten werde könne. Im Moment ergäben sich Schwierigkeiten mit Wasserdruck unterhalb der geplanten Fundamentplatte des Kraftwerks. Der Inbetriebnahme des Kraftwerks zum 31.12.2013 werde voraussichtlich nichts im Wege stehen. Zur Information: Nur bei Einhaltung dieses Termins kann der Betreiber mit einer erhöhten Einspeisungsvergütung rechnen.
Eine strittige Diskussion entstand um die Kiesbank. Frau Pusch (Stadtverwaltung) machte klar, dass die Stadtverwaltung die Verantwortung für das Lechbett kurz oberhalb und kurz unterhalb des Hochablasses habe. Deshalb sei das komplette Abräumen der Vegetation der Kiesbank auf städtische Veranlassung hin geschehen. Die Tabula-rasa-Methode war nicht mit dem Naturschutz abgestimmt und in diesem Umfang sicher nicht nötig und auch nicht sachgerecht (Herr Uffinger, Naturschutz). Die Kritik an dieser Maßnahme kam von allen Beteiligten. Und es wurde der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass zukünftig sensibler mit der Kiesbank-Flora und -Fauna umgegangen werde. Die Vermüllung der Kiesbank wurde von allen Teilnehmern beklagt. Einig war man sich aber auch darin, dass der Lech selbst die Wiederanlage von Flora und Fauna bewerkstelligen müsse.
Landschaftsarchitekt Möhrle hat noch keinen Auftrag zur Gestaltung des engeren und weiteren Umgriffs nach Abschluss des Kraftwerksbaus. Es liegen aber dem Grünamt von seiner Seite Vorschläge vor, deren Beurteilung er abzuwarten bittet.
Begrüßt wird vonseiten der Hochzoller Bürger insbesondere die Idee, den östlichen Lechdamm direkt an den Kiosk-Vorplatz anzubinden. Damit würde die bisherige Engstelle der Einmündung des Damms in den Hochablasssteg beseitigt. Der bereits geschüttete provisorische Damm könnte dazu verwendet werden.
Die große Kiesbank muss für die Naherholung weiterhin zur Verfügung stehen. Sie ist Badeplatz und ein Ort, an dem Natur und Wasser erlebt werden können. Durch den Einbau von Wasserbausteinen und Leitung des Turbinenwassers in Richtung Flussmitte könnte das erreichbar sein. Der bestehende Zugang zur Kiesbank soll erhalten bleiben.
Gezeichnet:
Bürgerinitiative »Rettet den Hochablass«,
Willi Reisser, Beate Hohenadl, Dr. Werner Lorbeer