AZ vom 14.01.2012: Peter Grab »Ich bin fordernd, nicht überfordert«
<JK> In einem Werbeslogan eines bekannten Lutsch-Drops-Herstellers heisst es ungefähr: »Ist er zu stark – bist du zu schwach!« Peter Grab fordert viel – und erreicht auch viel: Stabi, Theaterunterhalt, Theatersanierung, … etc.! Im Bayerischen Staatsministerium hat er Dinge für Augsburg erreicht, die bislang nicht für möglich gehalten wurden. Im nachfolgenden Gespräch mit Miriam Zissler stellt Bgm Peter Grab nochmals klar, was das größte Problem seiner Kritiker ist. Ergänzend hierzu finden Sie auch das Gespräch mit Nicole Prestele von der AZ im Anschluss [link]
»„Ich bin fordernd, nicht überfordert“
Kulturreferent Peter Grab verteidigt im Gespräch mit der AZ seine Politik
Zur Ruhe kommt Kulturreferent Peter Grab nicht. Seine Ideen zur Neustruktu-
rierung der Festivals und des Kulturamts werden zwar heiß diskutiert, finden aber außer in seinen eigenen Reihen von Pro Augsburg keine Befürworter.
Damit nicht genug: Jugend- und Popkulturbeauftragter Richard Goerlich hat vergangene Woche seine Kündigung eingereicht und stellt den Referenten vor neue Herausforderungen, weil er sich nun mit einer einjährigen Wiederbesetzungssperre konfrontiert sieht. SPD-Fraktionschef Stefan Kiefer hatte Grab jüngst scharf angegriffen und ihm Nähe zu nationalistischen türkischen Gruppierungen vorgeworfen, was Grab tief kränkte. Der Kulturreferent bezieht im Gespräch mit der AZ-Lokalredaktion dazu Stellung und betont: „Ich bin ein fordernder Referent und kein überforderter.“ Er wundere sich zusehends über das Verhalten der Opposition. Gerade im Kulturausschuss gehe es oft weniger um Sachpolitik als um Angriffe auf die Person Peter Grab. „In manchen Phasen wirft man mir Konzeptlosigkeit vor, bringe ich dann welche ein, ist es auch falsch“, stellt der Referent fest. Dabei würden Sachverhalte von der Opposition trotz besseren Wissens falsch dargestellt. „Bei der Vertragsverlängerung für Goerlich wurde mir vorgeworfen, dass es keine Stellenausschreibung gab. Das ist Unsinn“, so Grab. (ziss)«
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AZ vom 12.01.2012: Grab wundert sich über das Verhalten der Opposition
<JK> In einem Gespräch mit Nicole Prestele für die Augsburger Allgemeine rückte Bgm Peter Grab einiges zurecht, was in der öffentlichen Diskussion bislang oft nicht ausreichend und bemerkenswert *missverständlich* dargestellt wurde. Hier nun der Artikel, wie er am 12. Januar 2012 in der Augsburger Allgemeinen erschienen ist:
»Kulturreferat Peter Grab wundert sich über das Verhalten der Opposition. Die Atmosphäre sei angespannt.
Von Nicole Prestle
Biennale-Konzept, Neuordnung des Kulturamts, Kündigung des Popkulturbeauftragten… Kulturreferent Peter Grab steht mit vielen Themen in der Diskussion. Als einziger Referent mit einem Doppelreferat (Kultur und Sport) leidet er nach eigener Aussage darunter, dass es in den Debatten fast nur um den Bereich Kultur geht. Als Gast der AZ-Lokalredaktion sprach er über Ursachen, über das politische Klima in Augsburg und andere Themen.
Verhältnis im Kulturausschuss Sachpolitik ist laut Grab dort oft nicht möglich. „Sie wird zum Teil ersetzt durch Angriffe auf die Person Peter Grab. Das war von Anfang an so.“ Verglichen mit anderen Ausschüssen sei dies eine Besonderheit, die Grab sich nicht erklären kann. „Im Sportausschuss komme ich mit den Mitgliedern besser aus, gerade auch mit denen der SPD.“
Verhältnis zur SPD SPD-Fraktionschef Stefan Kiefer hatte Grab scharf angegriffen und ihm Nähe zu nationalistischen türkischen Gruppierungen vorgeworfen. „Ich bin maßlos enttäuscht, dass er sich bis jetzt nicht entschuldigt hat“, sagt Grab. Dass er nicht „aktiv“ darauf geantwortet habe, liege daran, „dass ich sofort nach Herrn Kiefers Äußerungen Solidaritätsbekundungen aus der SPD erhalten habe“. Der Vorfall habe ihn „tief gekränkt“.
Verhältnis zum Kulturamtsleiter Grab moniert die Anzahl der Überstunden im Kulturamt. Deshalb will er es umorganisieren. In einer Aussprache im Kulturausschuss ging der Referent Amtsleiter Thomas Weitzel hart an. Der Ton hatte einige Räte verwundert. Im AZ-Gespräch betonte Grab diese Woche, dass es „keine negativen Dinge“ zwischen ihm und Weitzel gebe. „Er ist einer von denen, mit denen ich die meisten Besprechungen habe.“ Dort herrsche stets eine sachliche und freundliche Atmosphäre, auch wenn sie nicht so freundschaftlich sei wie bei Richard Goerlich.
Neustrukturierung des Kulturamts „Bei aller Qualifikation des Amtsleiters“ muss es laut Grab erlaubt sein, die derzeitige Struktur infrage zu stellen. „Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, dass ein Amtsleiter bei all den Aufgaben, die mit dieser Position verbunden sind, auch noch Projektleiter sein sollte.“ Hintergrund: Weitzel, der auch Präsident der Deutschen Mozartgesellschaft ist, ist fürs Augsburger Mozartfest verantwortlich. Würde das Kulturamt so geordnet, wie Grab vorschlägt, wäre Weitzel stärker organisatorisch als inhaltlich tätig. Stattdessen gäbe es als neue Ebene vier Büroleiter für verschiedene Themenbereiche. Außer in seiner eigenen Gruppierung Pro Augsburg hat Grab dafür politisch keinen Rückhalt. Im Ausschuss wurde das Thema nicht abgestimmt. In der nächsten Sitzung am 30. Januar will Grab es nicht nochmal zur Debatte stellen. Er befürchtet aber, dass strukturelle Veränderungen im Rahmen der Finanzdebatte unumgänglich sein werden.
Biennale-Konzept Bislang ist nicht klar, wie es mit diesem Vorschlag Grabs, Festivals zweijährlich zu veranstalten, weitergehen soll. Sicher ist nur: 2013 müssen bei den Festivals 53000 Euro eingespart werden. Sollen die Dachmarken Brecht, Frieden und Mozart nicht angetastet werden, bedeutet dies laut Grab, dass manch kleine Veranstaltung wegfallen könnte. Eine Arbeitsgruppe tagte erst, ohne Ergebnis.
Projekte Ob Festivals, Kuspo oder Friedensfest-Gestaltung: Peter Grab hat Probleme, seine Ideen im Kulturausschuss durchzubringen. Grüne und SPD werfen ihm immer wieder vor, dass er das Gremium mit Vorschlägen konfrontiert, über die dann nicht ausreichend diskutiert und nachgedacht werden könne. Grab kann, sagt er, darüber nur schmunzeln: „In manchen Phasen wirft man mir Konzeptlosigkeit vor, bringe ich dann welche ein, ist es auch falsch.“ Grundlegendes Problem sei laut Grab, dass bei politischen Partnern keine Verlässlichkeit mehr herrsche. Beim Projekt Kuspo, das Grab inzwischen selbst nur noch als „Fördertopf“ bezeichnet, habe er zunächst die Unterstützung der Freien Wähler gehabt. „Diese Woche machten sie auf einmal eine Kehrtwende“, wundert sich Grab.
Popkulturbeauftragter Richard Goerlich hat gekündigt, er bleibt noch bis Ende März: Pop- und Jugendkultur soll auch danach eine Rolle spielen. Fraglich ist laut Grab aber, wie und wo es verankert wird: „Hauptproblem ist, dass für die Stelle Goerlichs eine einjährige Wiederbesetzungssperre besteht.“ Die Opposition stellt den Posten an sich infrage. Eine Tatsache, die Grab wundert: „In anderen Städten ist das ein Thema, das Rot-Grün besetzt.“
Staatsbibliothek Ende 2011 hat die Stadtregierung beim Freistaat einen Antrag auf Verstaatlichung eingereicht. „Wir warten auf einen Gesprächstermin“, sagt Grab. Er hält diese Lösung für die sinnvollste, „auch wenn es sicherlich Argumente dagegen gibt“. Ob sie sich durchsetzen lässt, hängt auch von der Finanzlage des Freistaats ab. Dort laufen derzeit die Haushaltsklausuren.«
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12.01.2012 Fortsetzung von »Unsere Show«
Fortsetzung von »Unsere Show«
Sehr geehrte Damen und Herren der Medien,
die Kündigung von Richard Goerlich ist bedauerlich, aber zu respektieren. Die Fraktion PRO AUGSBURG hatte in Herrn Goerlich stets einen Partner, mit dem in enger Abstimmung viele und anerkennenswerte Projekte umgesetzt werden konnten.
Insbesonders erinnern wir uns gerne an die Entwicklung des Projekts »Unsere Show«.
Eine Wahlkampfforderung PRO AUGSBURGs war »Jedem Kind ein Instrument«. Mit Markus Becker vom »downtown music institute« war schnell ein kompetenter Partner gefunden, der in Gesprächen mit der Fraktion Umsetzungsmöglichkeiten erarbeitet hat.
Herr Becker hat daraufhin zusammen mit Herrn Goerlich das Projekt zu »Unsere Show« weiterentwickelt und beide haben darüber auch in einer Mitgliederversammlung bei PRO AUGSBURG detailliert informiert.
Für diese erfolgreiche und nachhaltige Arbeit möchten wir Herrn Becker und Herrn Goerlich nochmals danken und – nach dem Weggang von Herrn Goerlich – Herrn Becker bitten, dieses Projekt genauso erfolgreich und engagiert fortzuführen.
Mit freundlichen Grüßen
Beate Schabert-Zeidler, Fraktionsvorsitzende PRO AUGSBURG
Prof. Dr. Rolf Harzmann, 2. stellvertr. Fraktionsvorsitzender
Bgm. Peter Grab, Kultur-, Jugendkultur- und Sportreferent
AZ interview mit Kulturreferent Peter Grab zum Weggang von Richard Goerlich
<JK> In der Ausgabe vom 11.01.2012 hat AZ Redakteur Michael Hörmann Kulturreferent Peter Grab zum Weggang von Richard Goerlich befragt. Da es bislang nicht online gestellt wurde, stellen wir es hier auf unserer Homepage zum Nachlesen zur Verfügung:
»Als Kulturreferent Peter Grab im Urlaub war, sorgte die Kündigung des Jugend- und Popkulturbeauftragten Richard Goerlich für Schlagzeilen. Gestern bezog Peter Grab Stellung.
Wie bewerten Sie den Abgang von Richard Goerlich?
Grab: Als Verlust für Augsburg.
Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle bei dessen Abgang?
Grab: Ich habe gerne mit Richard Goerlich zusammengearbeitet und bedauere daher seine Kündigung sehr, wenngleich ich seine Beweggründe nachvollziehen kann.
In der offiziellen Mitteilung der Stadt über den Abschied von Goerlich waren Sie als Kulturreferent nicht erwähnt. Was ist dran an den Aussagen, dass die Chemie zwischen Ihnen und OB Kurt Gribl nicht mehr stimmt?
Grab: Nichts. Außerdem ist nicht die Chemie zwischen Koalitionspartnern das Entscheidende, denn es darf auch Meinungsunterschiede geben. Entscheidend ist, wie konstruktiv man miteinander umgeht und wie man gemeinsam die Stadt voranbringt. Und da sind bekanntlich großartige Erfolge in den letzten drei Jahren erzielt worden. Dafür danke ich allen Beteiligten, ich danke auch dem Oberbürgermeister.
Wie soll es jetzt aus Ihrer Sicht weitergehen, wenn Goerlich ab April nicht mehr tätig ist. Soll die Stelle wiederbesetzt werden?
Grab: Selbstverständlich habe ich konkrete Überlegungen – die werde ich aber erst mit den politischen Partnern besprechen.
Das Kulturamt scheint nach dem Abgang von Goerlich nicht zur Ruhe zu kommen, wie sehen Sie hier die Situation?
Grab: Es ist mir neu, dass das Kulturamt nicht ruhig war. Es sei denn, es ist kreative Unruhe gemeint.
Wie geht es jetzt mit dem Festival „City of Peace“ weiter?
Grab: Wie schon kommuniziert, soll die aufgrund des Haushaltsdrucks entstandene Zeit dazu genutzt werden, ein solides Zukunftskonzept zu erarbeiten, bei dem auch die Finanzierung geklärt ist.
In ihrer Position als Kulturreferent stehen Sie in der Kritik. Ein Punkt lautet, dass es Ihnen seit 2008 nicht gelungen ist, in der Kulturverwaltung eine konstruktive Atmosphäre zu schaffen. Wie lautet dazu Ihre Reaktion?
Grab: Wenn ich bedenke, dass viele Jahre liegen gebliebene Projekte wie das Stadtarchiv, die Theaterlandschaft oder die Staats- und Stadtbibliothek positiv angegangen wurden, kann die Atmosphäre in der Kulturverwaltung so schlecht nicht sein. Hinzu kommt, dass wir das Brecht-Festival etabliert und das Festival der Kulturen erfolgreich eingeführt haben, die Stärkung der Pop- und Jugendkultur sowie die interkulturelle Öffnung wurden immens vorangetrieben, aber auch die Finanzierung zum Beispiel der Puppenkiste oder des S’ensemble-Theaters wurde gesichert und vieles mehr, was hier nicht alles einzeln aufgeführt werden kann. Die Bürger erwarten Erfolge, Tatkraft und den Mut zu Veränderungen. Befindlichkeiten sind zweitrangig.
Interview: Michael Hörmann«


